Die Nähe zum Utopischen ist der Lyrik schon in die Wiege gelegt. Autoren beinah aller Zeiten – von Hölderlin, der uns ins Offene schickt, bis hin zu Rilke, der im Vers den Raum für die Verwandlung vorfindet – haben sich der visionären Kraft der Lyrik bedient. Dichten an sich ist schon utopisch. Nur wie verhält es sich damit in der Gegenwart? In einer Zeit, die uns durch Kriege und Klimawandel zunehmend finster erscheint? Wo gelingt der Affekt des Hoffens, wie ist es möglich aus sich herauszugehen? Was kann das Leben weit machen, statt es zu verengen? Zeitgenössische Lyriker:innen suchen in der Tat nach Hoffnungspoetiken. Sie hinterfragen die Verantwortung des Menschen für seine Umwelt, kreieren neue Welten und scheuen ebenso wenig vor Kritik am Utopischen zurück. Das zeigt diese breit angelegt Anthologie zeitgenössischer Lyrik. Was alle Entwürfe eint: das Ausloten von Optionen, das Sowohl-als-auch, die Freude am Dazwischen-Dichten.
Autorinnen und Autoren: Mirko Bonné, Yevgeniy Breyger, Jürgen Brôcan, Crauss, Daniela Danz, Dominik Dombrowski, Kurt Drawert, Carl-Christian Elze, Daniel Falb, Isabella Feimer, Katharina J. Ferner, Alexander Graeff, Björn Hayer, Martina Hefter, Manon Hopf, Nancy Hünger, Mathias Jeschke, Alexander Kappe, Esther Kinsky, Jan Kuhlbrodt, Julia Kulewatz, Christine Langer, Agnieszka Lessmann, José F. A. Oliver, Dirk von Petersdorff, Martin Piekar, Marion Poschmann, Dana Ranga, Nasima Sophia Razizadeh, Doris Runge, Ulrike Almut Sandig, Silke Scheuermann, Nathalie Schmid, Tom Schulz, Mira Magdalena Sickinger, Stavarič Michael, Jürgen Theobaldy, Julia Trompeter, Sebastian Unger, Andreas Unterweger, Thomas Weiß, Eva Christina Zeller
Björn Hayer ist Schriftsteller, Kritiker (u.a. für FR, DLF Kultur, Der Freitag) und Professor für Literaturwissenschaft an der RPTU Kaiserslautern-Landau. Zudem leitet er das Künstlerhaus Edenkoben. Er ist Träger des Medienpreises der Evangelischen Kirche Bayerns und Mitglied verschiedener Jurys. Er schreibt Lyrik, Prosa, Essays und Theaterstücke.





