Der Band gravitationen 2 versammelt Gedichte aus den Schaffensperioden der Jahre 2000 bis 2009 des amerikanischen Dichters Keith Waldrops in deutscher Übersetzung. Nachvollziehbar werden dabei die motivischen Bewegungen seiner Dichtung, die Einflüsse aus seiner Übersetzertätigkeit sowie seiner philosophisch-theologischen Lektüren, die den Dichter immer wieder zu formalen Experimenten treiben und dazu, die Grenzen der Gattung zu überschreiten. Dies spiegelt sich auch in der Verwendung der Collage-Technik wider, die der Dichter ebenso als bildender Künstler verfolgt. In jenem Übertritt als Grenzüberschreitung lässt sich auch etwas vermuten, das sich im Werk Keith Waldrops als wiederkehrendes Element fortlaufend neu formiert, um sich dann wieder in Auflösung zu befinden: die Wahrheit als etwas uneinheitlich Begreifbares, die den Versuch ihres Ausdrucks bloß wagt in dem Nebeneinander- und Übereinanderschichten subjektiv erfahrbarer Wirklichkeiten, die erst durch die Technik des Collagierens ersichtlich und bedeutungsreich werden. 
Initial für die Arbeit war Elke Erb, die Jan Kuhlbrodt eine Reihe von Keith Waldrops Büchern überließ, aus denen sich die Notwendigkeit der Vorlage einer deutschen Ausgabe geradezu ergab. Mit David Frühauf fand dieser einen idealen Projektpartner, der dann nach Providence reiste, um Kontakt zu Keith Waldrop aufzunehmen, während Jan Kuhlbrodt ein Team von Übersetzern zusammenstellte.
Im Übertritt als Grenzüberschreitung lässt sich auch etwas vermuten, das sich im Werk Keith Waldrops als wiederkehrendes Element fortlaufend neu formiert, um sich dann wieder in Auflösung zu befinden, ähnlich den Wellen im Wasser: »Wir sind nur Wellen, wir wissen nichts vom Wasser«, schreibt er in dem 1997 erschienen The Silhouette of The Bridge (Memory Stand-Ins) und beruft sich auch darin auf ein Ineinanderüberfließen von loser, in ihrer Form haltloser Substanz. Die Wahrheit als etwas uneinheitlich Begreifbares wagt den Versuch ihres Ausdrucks bloß in dem Nebeneinander- und Übereinanderschichten subjektiv erfahrbarer Wirklichkeiten, die durch die Technik des Collagierens ersichtlich und bedeutungsreich werden.
Initial für die Arbeit war Elke Erb, die Jan Kuhlbrodt eine Reihe von Keith Waldrops Büchern überließ, aus denen sich die Notwendigkeit einer deutschen Ausgabe als Aufgabe geradezu ergab. Mit David Frühauf fand er einen idealen Projektpartner, der dann nach Providence reiste, um Kontakt zu Keith Waldrop aufzunehmen, während Jan Kuhlbrodt ein Team von Übersetzern zusammenstellte. Dieses rekrutierte sich, neben den Herausgebern selbst, aus der jüngeren Generation von Lyrikern : Swantje Lichtenstein, Peggy Neidel, Barbara Tax, und Tim Holland. Ferner erfolgte die Auswahl der Gedichte in enger Zusammenarbeit mit Ben Lerner, ebenfalls ein Wegbereiter und Kenner des Projekts.
Jan Kuhlbrodt, 1966 geboren in Karl-Marx-Stadt, ist Schriftsteller und Übersetzer. Er studierte politische Ökonomie an der Universität Leipzig sowie Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt am Main. Von 1997 bis 2001 absolvierte er außerdem ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Er war als Lehrer in einem Projekt für strafffällig gewordene Jugendliche und als Antiquar tätig. Von 2007 bis 2010 war er Geschäftsführer der Literaturzeitschrift Edit. An der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig war er Lehrbeauftragter, am Deutschen Literaturinstitut Leipzig Gastprofessor. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Leipzig. Er ist Alfred-Döblin-Preisträger 2023, erhielt 2022 die Kestler-Haeusler-Ehrengabe und war Gewinner des Sächsischen Literaturpreis 2014. Er ist Mitglied im PEN-Berlin.
Jan Kuhlbrodt arbeitet als Lyriker, Prosaist und Essayist. 2023 erscheinen Schrift unter Tage. Essays und Kolumnen im Gans Verlag sowie der Roman Krüppelpassion oder vom Gehen, ebenfalls im Gans Verlag. Zusammen mit Jayne-Ann Igel gibt er die Reihe Neue Lyrik im Verlag Poetenladen heraus. Er ist Mitherausgeber und Mitübersetzer der beiden bereits vorliegenden Auswahlbände von Dichtungen Keith Waldrops (gravitationen 1 und gravitationen 2, 2017/2018 beim gutleut verlag in der Reihe staben).
Michael Wagener, geboren 1966 in Morsbach/Sieg, gestorben 2025 in Frankfurt, war Künstler, Gestalter, Autor sowie Herausgeber und Verleger. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität und im Anschluss Bildhauerei und Fotografie an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Seit 1992 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. U. a. war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, erhielt 2002 das Munch-Stipendium, Oslo/Norwegen, und 2003 das Venedig-Stipendium des Deutschen Studienzentrums, Venedig/Italien. Er erhielt zahlreiche Förderungen und Preise, zuletzt 2020 den Sonderpreis des Hessischen Verlagspreis und 2021 den Deutschen Verlagspreis. 1997 gründete er den gutleut 15 ausstellungsraum in Frankfurt am Main, wo zahlreiche Ausstellungen internationaler Künstler, Konzerte, Lesungen und Performances stattfanden. Zunächst begleitend und dann als eigenständiges Projekt folgend 2002 den gutleut verlag, in dessen Programm er als Verleger, Herausgeber und Gestalter, Künstler und Autor unterschiedliche Bild-Text-Konzepte entwickelt und diese neu auslotet.





