Die Münchner Kammerspiele wagten 2023 einen wichtigen Schritt und wurden dafür ebenso gefeiert wie kritisiert: Sie brachten den antiken Stoff als erste groĆe deutsche Bühne als inklusives Schauspiel auf die Bretter: Ā»AntiĀ·goneĀ« in Leichter Sprache übertragen von Anne LeichtfuĆ liegt nun als Buch vor mit Illustrationen der Künstlerin Tanja Geis und einem Nachwort der Regisseurin Nele Jahnke.
Die Ćbersetzung basiert auf dem 2ā400 Jahre alten Text von Sophokles sowie Szenen aus der Fassung von Jean Anouilh von 1946.Ā Entstanden ist, in Zusammenarbeit mit Personen mit Down-Syndrom, einem Lektoren-Team, die gemäà den Regeln für Leichte Sprache die Textvorlage von Leichtfuà überprüften, mehr als eine reine Ćbersetzung. Vielmehr wurde Ā»AntiĀ·goneĀ« zu einer eigenstƤndigen Fassung mitsamt alternativem Ende.
Die schlanken SƤtze liest man gespannt und konzentriert ā und ist gleichzeitig entspannt, weil einem das TextverstƤndnis erleichtert wird.Ā Durch die kurzen, prƤgnanten SƤtze in den Dialogen treten die Charaktere der Figuren deutlicher hervor, ihre Konflikte liegen direkt an der OberflƤche und Ā»AntiĀ·goneĀ« zeigt, wie aktuell die groĆen Fragen der griechischen Dramen sind.
Anne LeichtfuĆ arbeitet seit 2013 als Dolmetscherin und Ćbersetzerin für Leichte Sprache. Ihr Schwerpunkt liegt im Theater- und Kulturbereich, wo sie sich für die ZugƤnglichkeit von Kultur und Kulturorten engagiert. Im Mittelpunkt steht für sie stets das gemeinsame, partizipative Arbeiten mit der Zielgruppe.
Tanja Geiss arbeitet seit 2005 im Kunsthaus KAT18 und Kunsthaus Kalk in Kƶln. Sie hatte Ausstellungen im Kunstmuseum Bonn, im Kunstmuseum Kolumba (Kƶln), im Palazzo Barolo (Turin), im Kampa Museum (Prag). Werke von Tanja Geiss wurden von Kolumba, Erzbischƶfliches Kunstmuseum, (Kƶln) angekauft.





