Um über die eigene Kinderbande im Rumänien der Neunzigerjahre zu schreiben – jene gașcă, die ihre Sprengkörper aus Karbid und Schrauben selbst baute –, hat Alexandru Bulucz im Wörterbuch nachgeschlagen. Heimann Hariton Tiktin, 1850 in Breslau in eine Rabbinerfamilie geboren, autodidaktischer Begründer der modernen rumänischen Lexikographie, 1936 in Berlin gestorben, übersetzt das Wort mit der titelgebenden Wendung. Drei Reden versammelt der Band: die Dankesrede zum Hölty-Preis, mit dem Gehöft der Urgroßmutter Majka als Epizentrum eines „off‑modernen“ Schreibens; die Göttinger Antrittsvorlesung „Penelopes Weben“, eine Werkstattkunde der Literaturkritik zwischen Begeisterung und Analyse; und die Dankesrede zum Eichendorff-Literaturpreis, in der Tiktins schlesisch-jüdisch-rumänischer Lebensbogen die eigene Erinnerung beleuchtet.
Alexandru Bulucz, in Alba Iulia in Rumänien aufgewachsene, ist Lyriker, Übersetzer und Literaturkritiker. Er lebt in Berlin. Seit 2013 veröffentlicht er regelmäßig Gedichte, Essays und Rezensionen. Für sein Werk wurde er u. a. mit dem Deutschlandfunk‑Preis beim Bachmannwettbewerb, dem Hölty‑Preis und dem Horst‑Bingel‑Preis geehrt. Im September 2026 wird ihm der Eichendorff-Literaturpreis überreicht. Im Gans Verlag erschien zuletzt „Über Leben und Literatur“.





