Erleichterung spürt die Hauptfigur, Deutschlehrer an einer Privatuniversität in Kyoto: Die Studenten sind verabschiedet, die Semesterferien können beginnen. Da steht Professor Kobayashi vor ihm, hat Großes vor – und einen Auftrag: Ein kunsthistorisches Symposium zum 500. Jubiläum des deutschen Bauernkriegs gemeinsam vorzubereiten. Der junge Lehrer fühlt sich überfallen und stürzt sich doch voller Enthusiasmus in die Arbeit. Er reist mit dem Professor nach Deutschland zur Recherche. Dort angekommen, ist Kobayashi wie ausgewechselt, der Zweck der Reise scheint ihn nicht mehr zu interessieren. Der Ich-Erzähler gerät zunehmend in einen Strudel aus Kobayashis Enthüllungen, historischen Spiegelungen und persönlichen Konflikten. Zurück in Kyoto tobt an der Universität ein Kampf um akademische Positionen und Fördergelder. Wendy, deren glänzende akademische Forschung seit Jahren keine Anerkennung findet, engagiert sich zuerst in der uniinternen Gewerkschaft, greift dann zu Guerillamethoden. Anita scheint Erfolg und Karriere fest gebucht zu haben, muss sich nun aber den Gerüchten um eine Affäre mit Kobayashi stellen. Schließlich scheint alles verloren. Da zeigt sich aus einer anderen Richtung Rettung – und Liebe. Stegmüller entwirft in seinem Roman ein weites Panorama, das von Loyalitätskonflikten, unerfüllten Sehnsüchten, Scheitern und einem Funken Hoffnung erzählt.
Achim Stegmüller lebt in Kyoto und arbeitet dort an einer Universität als Lektor für Deutsch. Es bereitete ihm diebische Freude, den Universitätsalltag mit seinen Konflikten und die deutschen Bauernkriege in diesem Roman zu verweben. Um die Jahrtausendwende studierte Stegmüller am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, dann Japanologie in Tübingen. Seit Anfang des Jahrtausends veröffentlicht er stetig Prosa und Gedichte, erhielt zahlreiche Stipendien und Preise.





