der meere lidloser schlag

Jayne-Ann Igel | Gedichte 

Landschaften abgetragen, geflutet, überschrieben – das Buch durchziehen die Erfahrungsräume der DDR und der Nachwendezeit – nicht als erzählte Geschichte, sondern als sedimentierte Wirklichkeit.


Erscheinungstermin: Oktober 2026
Hardcover mit Fadenbindung
94 Seiten | 978-3-946392-98-9

20,00 

Was ist ein Ort – wenn man ihn nicht mehr erkennt? Wenn Landschaften abgetragen, geflutet, überschrieben werden – und dennoch Spuren tragen? der meere lidloser schlag versammelt Gedichte der preisgekrönten Autorin Jayne-Ann Igel, die durch solche Räume führen: durch Tagebaufolgelandschaften, Randzonen, Verkehrsadern, durch Städte und Wälder, die ihre eigene Vergangenheit nicht loswerden. Es sind Texte der Bewegung, des Transits, des tastenden Sich-Verortens – immer unterwegs zwischen Innen und Außen, Erinnerung und Gegenwart, Körper und Gelände.
Dabei durchziehen das Buch die Erfahrungsräume der DDR und der Nachwendezeit – nicht als erzählte Geschichte, sondern als sedimentierte Wirklichkeit: eingeschrieben in Böden, Infrastrukturen, Sprachreste. Igel folgt diesen Einschreibungen mit einer präzisen hochsinnlichen Poetik, die Wahrnehmung und Reflexion ineinander verschiebt. Selten ist das Verhältnis von Landschaft und Existenz so eindringlich, so unaufgeregt radikal vermessen worden. Manch Abraum ist Albtraum, manch Revier ist Heimat, die man erspürt. Eine sanfte, dringliche, berührende Stimme, einzigartig in der deutschen Gegenwartslyrik.

Jayne-Ann Igel wurde in Leipzig geboren. Seit den 1980er-Jahren Veröffentlichungen in Zeitschriften und im Samisdat-Kontext der DDR. Mitherausgeberin der Reihe Neue Lyrik im Poetenladen. Zuletzt erschien „Wolken hinterm Rollo“ im gutleut verlag. Im Jahr 2026 wurde sie mit dem Kunstpreis Berlin in der Sparte Literatur der Akademie der Künste ausgezeichnet. Die Autorin lebt in Dresden.

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