nachreden auf dunkelengel

Alexander Kappe | Gedichte

Die verschiedenen Sprachebenen, die Alexander Kappe hier eindrucksvoll anschlägt, machen den Band zu einem Lesegenuss und das Buch zu einem ganz Besonderen. Wie wir überhaupt in ganz unterschiedliche Areale und Gegenden, an verschiedene Orte und Schauplätze geführt werden, allesamt gesäumt von allerhand Getier und Wesen.


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Gutleut Verlag
Erscheinungstermin: 2023
Broschur
104 Seiten | 978-3-948107-19-2

29,00 

Der namensgebende Protagonist fällt auf die Erde; die Gedichte sind seine Nachreden. Er ist Zeuge einer unwahrscheinlichen Reihe an Katastrophen. Kometen fliegen auf die Erde zu, Erden fliegen auf Kometen zu; Menschen ruinieren sich, weil sie nicht ruiniert wurden. Innere und äußere Katastrophe werden sich ähnlich, Abgrund im Herzen und Flügelschmerzen sind unwahrscheinliche Doppelgänger. Als vormals höllenkundiger kennt er sich in diesen Arealen aus. Einziger Ausweg ist die Flucht ins Gotische, von der Hölle zur Höhe, das erneute Erlernen des Fliegens. Doch das gelingt nicht – eine Tragödie, wie sie nicht im Buche steht. Stattdessen wird aus dem Dunkelengel: der Dunkelesel. Was darf er, ein dem Abgründigen zugeneigter Esel, hoffen?

Auf den Spuren Dunkelengels bekommen wir in sieben sehr verschiedenenartigen Zyklen u. a. komplizierte Antworten auf falsch gestellte Fragen, wie ein Zyklus passend überschrieben ist; wir sehen den Kometen; wir begegnen Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Rumpelstilzchen oder auch Rapunzel sowie Spionen, Agenten, Wissenschaftlern und Homöopathen; oder finden uns wieder als Fensterputzer an einer gläsernen Büroturmfassade. Wie wir überhaupt in ganz unterschiedliche Areale und Gegenden, an verschiedene Orte und Schauplätze geführt werden, allesamt gesäumt von allerhand Getier und Wesen.

Die verschiedenen Sprachebenen, die Alexander Kappe hier eindrucksvoll anschlägt, machen den Band zu einem Lesegenuss und das Buch zu einem ganz Besonderen. Wie wir überhaupt in ganz unterschiedliche Areale und Gegenden, an verschiedene Orte und Schauplätze geführt werden, allesamt gesäumt von allerhand Getier und Wesen.

»zuletzt bei mysterien der milchstraße. mann im mond in folge fehlverhalten eilverfahrend aus dem stuhl gehoben. rakete startet in einem fort posaunenförmig. bevor ein wort aus werkvertragsdublette entziffert, bruchlandung auf nach dienstausscheid zu streichender stelle, dem ggt des schiedsgerichts: halber musikant auf rückseite komet. wovon spricht man in kantinen wie den hiesigen, wenn einer plural von willen oder nicht ans ziel getragen wird? treffer: wegbeförderung. weitre nebenrätsel folgen im verlauf der staffel.«

Alexander Kappe, geboren 1987 in Berlin/West, ist als Dichter, Übersetzer, Literaturvermittler und Wissenschaftler tätig. Er hat Philosophie, allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft sowie literarisches Schreiben in Berlin und Leipzig studiert. Seine Promotion, die sich einer écriture der Theorie bei Roland Barthes, Michel Foucault und Jacques Derrida widmete, hat er in Berlin und Oxford absolviert. Zuletzt arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für germanistische und allgemeine Literaturwissenschaft der RWTH Aachen. Berufliche Zwischenstationen in der automatischen Textgenerierung, dem Wissenschaftsmanagement und dem Metadatenmanagement.

Seine literarischen Arbeiten erschienen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien, u. a. in der Edit, der BELLA Triste und dem Jahrbuch der Lyrik. Er hat die Anthologien Tippgemeinschaft (Connewitzer Verlagsbuchhandlung, 2016) sowie Ansicht der leuchtenden Wurzeln von unten (Poetenladen, 2017) mitherausgegeben. Seit 2019 gibt er die Zeitschrift transistor – Zeitschrift für zeitgenössische Lyrik heraus. 2021 war er für den Open Mike nominiert. Im selben Jahr erhielt er für sein Romanprojekt Rosa Ricardo ein Recherchestipendium des Berliner Senats.

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