In »erben des verschiedenen« lässt Bernd Leukert einen Kosmos aus Worten und Sprachbildern entstehen, der seine Struktur aus Gleichklang und Verknüpfung bezieht. Die Texte der acht Kapitel plus Präambel verstoßen dabei konsequent gegen alle etablierten Regeln der Erzählkunst.
Bernd Leukerts Spiel mit der Sprache treibt das surreale Geschehen voran, in dem das Traum-Wir von merkwürdigen Begegnungen zu Wasser, zu Lande und in der Luft berichtet und den Leser dabei in einen Sog phantasmatischer Vorfälle und absurder Verknüpfungen hineinzieht. Das Wir, das sind die Erben des Verschiedenen, die immer noch auf der Suche nach dem Besonderen im Allgemeinen, dem Heiligen im Profanen sind. Dabei durchschwimmen sie irrlichternd und traumverloren einen scheinbar undurchdringlichen Strom zufallsgesteuerter Fragmente, die sich unermüdlich zu etwas Neuem zusammensetzen, um im nächsten Moment wieder auseinanderzugehen. Was sich da an Verschiedenem neu und absonderlich kombiniert, über äußere und innere Ähnlichkeiten fortspinnt, sind planlos durchströmende Worte und Bilder aus dem Archiv des unfassbaren Gedächtnisses.
»erben des verschiedenen« ist der dritte und zugleich erste Band der Reihe licht, der sich einer weiteren Textform widmet, nämlich der Prosa, und zwar einer lyrischen Prosa.
Bernd Leukert, geboren 1947 in Köthen / Anhalt, studierte Musikwissenschaft
und Germanistik in Heidelberg und Frankfurt am Main. Arbeit als Journalist und Autor von Hörspielen und Kurzgeschichten. 1982 Promotion mit der Arbeit Die gesellschaftliche Isolation und das Selbstverständnis des Komponisten der Gegenwart. Seit 1977 freier Autor und Redakteur für verschiedene Zeitschriften und Redaktionen (u. a. FAZ, taz, hr, Frankfurter Hefte). 1980 Herausgeber des Bands Rock gegen Rechts. Musik als politisches Instrument (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main). Ab 1990 Musikredakteur beim Hessischen Rundfunk und dort ab 1995 als Produzent verantwortlich für zeitgenössische Musik; hier auch Initiator und Gestalter langjähriger Hörfunkreihen wie dem genreübergreifenden und livemoderierten Blickpunkt Musik, die Rock, Jazz und klassische Avantgarde in Beziehung setzende Avantgarderobe oder das alle Spielarten der elektronischen Musik bedenkende E-Werk. Seit 2007 Komponist akusmatischer Musik, u. a. Lautsprecherkonzerte (Basel, Frankfurt am Main). Von 2010 bis 2013 Mitorganisator der Konzertreihe Acousmain im ATELIERFRANKFURT sowie Teilnahme an der Projektreihe Visualisierte Musik, einer Kooperation des Staatstheaters Wiesbaden, der Hochschule Mainz und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt am Main. 2010 veröffentlichte er Der Uhu des Ihi, 2016 Legende (beide erschienen als CD bei World Edition). Seit 2012 Mitherausgeber des Online-Magazins faust-kultur.de und bis 2016 Herausgeber der Lyrikreihe der edition faust.





