In »Die Kunst. Gespräche des Meisters gesammelt von Paul Gsell« sagt der Bildhauer Auguste Rodin sinngemäß, dass es nicht darauf ankommt etwas richtig, sondern wahr wiederzugeben. Er macht es deutlich an Géricaults »Rennen in Epsom«, einem Bild, auf dem vier Pferde im gestreckten Galopp mit gleichzeitig weit nach vorn und weit nach hinten ausgestreckten Vorder- und Hinterbeinen dargestellt sind. Das ist natürlich falsch, aber eben wahr. Eine Wahrheit, die der Kunst der Literatur, wie sie von Oleg Jurjew meisterhaft vorgeführt wird, sehr nahe kommt. Es ist die Kunst der Auslassung dessen, was sich im Kopf des an die eigenen Bilder von Welt gebundenen Lesers abspult.
Ausgestattet mit Plakatumschlag, der eine ausführliche Biografie sowie einen Interviewtext enthält.
Oleg Jurjew, 1959 geboren in Leningrad und 2018 gestorben in Frankfurt am Main, russischer und deutscher Schriftsteller. Sein Werk umfasst zahlreiche Veröffentlichungen in verschiedensten literarischen Genres: Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Essays und Kinderbuch. Seine Texte sind ins Bulgarische, Deutsche, Englische, Französische, Italienische, Polnische, Serbische, Tschechische und Ukrainische übersetzt; seine Theaterstücke wurden in mehreren Ländern erfolgreich inszeniert.





